Erna Dorothea Luise Sack, geborene Weber
* 6. Februar 1898 in Spandau;
† 2. März 1972 in Mainz
war eine deutsche Kammersängerin mit extremer Sopranstimme, sie erreichte die unwahrscheinliche Tonhöhe des viergestrichenen C
Gesangstudium in Prag und bei Oscar Daniel in Berlin, 1928-30 an der Städtischen Oper Berlin engagiert, wo sie kleine Mezzosopran- und Soubrettenpartien sang.
1930 ging sie an das Stadttheater von
Bielefeld und wechselte in das Fach des Koloratursoprans. 1932 kam
sie an das Staatstheater von Wiesbaden, 1934 an das Opernhaus von
Breslau, 1935 an die Dresdner Staatsoper, deren Mitglied sie bis 1941
blieb. Hier sang sie am 24.6.1935 in der Uraufführung der
"Schweigsamen Frau" von R.Strauß die Rolle der Isotta, am
2.3.1937 wirkte sie in der Uraufführung von Othmar Schoecks
"Massimilla Doni" mit. Seit 1933 gastierte sie mit
glänzenden Erfolgen an der Staatsoper Berlin. Man feierte sie in
Mailand und London, in Paris und Wien (1935 und 1936), in Hamburg und
München. 1936 sang sie an der Covent Garden Oper London die
Zerbinetta in "Ariadne auf Naxos" bei einem Gastspiel der
Oper von Dresden unter Richard Strauss (der ein großer Bewunderer
ihrer Kunst war und einige Passagen in der großen Arie der
Zerbinetta für die ungewöhnliche Tonhöhe ihrer Stimme eingefügt
hatte). 1937 große Erfolge an der Oper von Chicago als Rosina im
"Barbier von Sevilla" und als Lucia di Lammermoor. 1937
gastierte sie an der Oper von Rom als Königin der Nacht in der
"Zauberflöte" unter Tullio Serafin mit Tito Schipa und
Licia Albanese als Partnern. 1938 und 1942 trat sie sehr erfolgreich
in Kopenhagen auf.
1936 unternahm sie erstmalig eine
glanzvolle Nordamerika-Tournee. Während des Zweiten Weltkrieges trat
die Künstlerin vor allem in Schweden, in der Schweiz und in der
Türkei auf. 1947 begann sie in Brasilien eine fünfjährige
Welt-Tournee, die sie durch Südamerika, Kanada, Südafrika und
Australien führte. 1954-55 feierte man sie auf zwei großen
Konzertreisen in Nordamerika. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte sie
ihren Wohnsitz in Kalifornien, besuchte aber alljährlich ihre
deutsche Heimat. Seit 1956 lebte sie in Murnau in Oberbayern. 1966
nahm sie in Wiesbaden ihre Wohnung. Sie trat auch in mehreren
Tonfilmen auf. Die Koloraturstimme von Erna Sack wurde durch ein
Phänomen besonderer Art gekennzeichnet: sie erreichte die
unwahrscheinliche Tonhöhe des viergestrichenen C.
Soweit die Stimmen
von Koloratricen durch die Schallplatte überliefert sind, haben nur
ganz wenige von ihnen (Mado Robin, Wilfriede Lüttgen) diese Höhe
bewältigt. (Ein ähnliches Phänomen wird von der Sopranistin
Lucrezia Agujari im 18. Jahrhundert berichtet.)
Ihre besten
Leistungen erreichte die Künstlerin, die man auch als "deutsche
Nachtigall" bezeichnete, wohl in virtuosen Koloratur-Kanzonen
und -Liedern. Besonders beliebt war bei ihren Konzerten (und auf
ihren Schallplatten) ihr "Lied der Jenny Lind" ("Fjorton
or tror visst att jag va"), ein schwedisches Volkslied aus dem
Repertoire dieser unvergeßlichen großen Sängerin.
Die Sängerin und Schauspielerin Erna Sack wurde als Erna Weber in Berlin-Spandau geboren.
Bereits als Kind erregte ihre Stimme die Aufmerksamkeit in der Schule und im Kirchenchor. Doch ihre Gesangsausbildung nahm erst richtig Formen an, als sie Hermann Sack kennenlernte, der ihr Mentor und 1921 ihr Ehemann wurde.
Anfangs der 30er Jahre avancierte sie zu einer führenden Sopran-Sängerin und wurde schon bald die "Deutsche Nachtigall" genannt - eine ihrer Spezialitäten war die Tonlage des viergestrichenen c, eine Tonhöhe, die nur wenige erreichten.
1934 sang sie oft an der Dresdner Staatsoper, wo sie den Dirigenten Karl Böhm und den Komponisten Richard Strauss kennenlernte, für dessen Uraufführung "Die schweigsame Frau" sie die Rolle der Isotta sang.
Schliesslich ging sie auf internationale Tournee und sang in Österreich, Frankreich und am Covent Garden in England. Weitere internationale Auftritte folgten in Nordeuropa und schliesslich in der Carnegie Hall in den USA, wo sie zusammen mit Richard Tauber und Josef Schmidt auftrat.
In der Blüte ihrer Karriere kam auch der Film auf sie zu und sie spielte in den Produktionen "Blumen aus Nizza" und "Nanon".
In den Kriegsjahren kam ihre Karriere ins Stocken, ihr Wirkungsfeld war fast ausschliesslich auf Deutschland und die alliierten Länder begrenzt.
1947 unternahm sie eine fünfjährige Welt-Tournee durch Südamerika, Australien, Südafrika und Kanada.
Heute zeugen noch vielen Tonträger von der einmaligen Stimme Erna Sacks.
Alle Tage ist kein Sonntag, So verliebt wie heut' war ich nie, Ciribiribim, Chieba, an der schönen blauen Donau, Donauwalzer, Draussen in Sievering blueht schon der Flieder, Wien, Österreich, Niederösterreich, Donau, Prater, Eine kleine Fruehlingsweise, El Morenito, Fruehlingsstimmen Walzer, Funiculi Funicula, Gluehwuermchen, Gold und Silber, Heimatlied, Heut ist der schoenste Tag in meinem Leben, Ich hab a mal a Rauscherl ghabt, Sievering, Ja so ist sie die Dubarry, Komm mia bella, Rosen aus dem Sueden, Mein Herr Marquis,