Der „King“
wurde am 8. Januar 1935 in East Tupelo, Mississippi, unter dem Namen
Elvis Aron Presley in einem sogenannten Shotgun House geboren und ist
das einzige überlebende Kind von Vernon Presley (* 19. April 1916; †
26. Juni 1979) und Gladys Love Presley (geb. Smith
Die Presleys
arbeiteten in verschiedenen Gelegenheitsjobs an der Armutsgrenze. Im
Mai 1938 wird Vernon wegen Scheckbetrugs zu einer Freiheitsstrafe von
drei Jahren im Mississippi State Penitentiary verurteilt, kommt aber
bereits im Februar 1939 aufgrund einer Petition der Bürger von Lee
County und eines Briefes der durch den Scheckbetrug betroffenen
Partei wieder frei. Seine Bewährung belief sich auf sechs Monate.
Angetrieben von
der Hoffnung auf eine wirtschaftlich bessere Zukunft ziehen die
Presleys im November 1948 nach Memphis, Tennessee. Die
Wohnungszustände waren erniedrigend. Während die Presleys in Tupelo
wenigstens noch ein kleines, eigenes Holzhaus hatten, lebten sie in
Memphis in einem einzigen feuchten, kalten, etwas angeschimmelten
Raum. Das Bad wurde von drei weiteren Familien mitbenutzt. Die
wöchentliche Miete betrug 11 $. Kurze Zeit nach ihrer Ankunft bekam
Vernon einen Job in der Precision Tool Company in South Memphis.
Der Inhaber der Sun-Studios, Sam Phillips, ein Liebhaber und Produzent der schwarzen Musik, wurde durch die spezielle Klangfärbung von Elvis' Stimme auf diesen aufmerksam. Phillips war damals bereits seit einiger Zeit auf der Suche nach einem Sänger mit „dem besonderen Sound“ und vor allem mit einem ausgeprägten Rhythmusgefühl, denn er sagte einmal voraus: „Wenn ich einen weißen Mann finden könnte, der die Stimme und das Einfühlungsvermögen eines Schwarzen hat, dann könnte ich eine Million Dollar machen“.
Obwohl von seiner Meinung überzeugt, war er aufgrund der damaligen Marktmechanismen zunächst noch sehr skeptisch, denn vor allem im rassistischen Süden der USA spielten „weiße“ Radiostationen bis in die 60er Jahre keine schwarze Musik. Doch Phillips behielt Recht, sein Gefühl bezüglich des jungen Gesangstalentes hatte ihn nicht getäuscht, denn seit 1954 verkauften sich weltweit insgesamt weit über eine Milliarde Schallplatten von Elvis Presley. Ab Anfang 1956 setzte in den USA und kurze Zeit später auch in Westeuropa um Elvis eine „Massenhysterie“ und ein regelrechter „Personenkult“ ein, wie die amerikanische Presse polemisch schrieb, denn kein anderes Teenager-Idol der früheren Jahre, wie beispielsweise Bing Crosby, Perry Como oder Dean Martin, wurde von der Jugend so hingebungsvoll verehrt wie Elvis Presley. Kein Musiker vor und nach Elvis, außer vielleicht annähernd Frank Sinatra in den 1940er und die Beatles in den 1960er Jahren, löste eine derartige weltweite Begeisterung aus, die vor allem während der Jahre 1956 bis 1958 in den USA durchaus den Charakter einer „Massenhysterie“ hatte.
Am 5. Juli 1954 fand die erste von mehreren Aufnahmesessions in den Sun-Studios statt, wobei Elvis anfangs noch etwas uninspiriert verschiedene Countryballaden und gerade aktuelle Popsongs ausprobierte, gemeinsam mit den Studiomusikern Scotty Moore (Gitarre) und Bill Black (Bass) – D.J. Fontana am Schlagzeug kam erst ein Jahr später hinzu. Mehr durch Zufall entstand in einer Pause während der Probe durch musikalisches Herumalbern der typische „Elvis-Sound“, als Scotty Moore das Gitarrenriff eines Rhythm & Blues-Stückes rhythmisch stark akzentuiert spielte, Elvis diesen Offbeat aufgriff, den klassischen Bluesgesang des Originals mit vokalistischen Elementen von Gospel und Country-Musik anreicherte und dabei mit kreisenden Bewegungen durch das Studio wirbelte. Sam Phillips, der dies sah und hörte, hatte nun endlich, was er immer wollte und forderte die Band auf, in diesem Stil weiter zu machen.
Ein neuartiger Sound war geboren und eine neue Musikrichtung kreiert, die der legendäre amerikanische Discjockey Alan Freed kurz darauf erstmals Rock ’n’ Roll (engl. etwa für „schunkeln und wirbeln“) nannte. That's All Right Mama – eigentlich ein Blues-Stück des schwarzen Sängers Arthur „Big Boy“ Crudup, das Elvis aber vor allem rhythmisch vollkommen neu interpretierte - war der erste, im neuen Stil aufgenommene Song. Er wurde zwei Tage später vom Discjockey Dewey Phillips (nicht verwandt mit Sam Phillips) auf Memphis' Radiosender WHBQ vorgestellt. Aufgrund der zahlreichen Hörerwünsche musste er an jenem Abend insgesamt 15 Mal gespielt werden, und am nächsten Tag trafen 5000 Bestellungen der Single bei Sun Records ein.
Im Januar 1956 gelang Elvis mit einem fulminanten Fernsehauftritt in der Tommy and Jimmy Dorsey Stage Show sowie durch die Veröffentlichung des Songs Heartbreak Hotel (seiner ersten Nr. 1 in den Billboard-Single-Charts) der Durchbruch in den USA, und dann folgten unmittelbar sechs weitere Nr.-1-Singles, z. B. Hound Dog, Don't Be Cruel und All Shook Up. In den folgenden Jahren wurde er für die Jugend der Welt zum gefeierten Idol und nach Frank Sinatra in den 40er Jahren zu einem der ersten internationalen Superstars in der Geschichte der Popmusik.
Die rhythmische bis ekstatische Art, wie er seinen Körper zur Musik bewegte – gelegentlich auch mit einer Portion Selbstironie –, kannte man höchstens von Schwarzen, dem weißen Mainstream-Publikum war so etwas bis dato völlig unbekannt. Besonders sein Hüftschwung, der ihm den Beinamen „Elvis the pelvis“ („Elvis, das Becken“) einbrachte, wurde legendär, war aber auch ständiger Stein des Anstoßes für die öffentliche Meinung im konservativen Klima in den USA der 50er Jahre. Elternverbände und allen voran die Kirche fürchteten einen generellen Verfall von Sittlichkeit, Moral und ethischen Werten bei der fanatisierten Jugend; ein großer Teil der amerikanischen Presse verteufelte ihn aufgrund dessen u. a. als „Botschafter des schlechten Geschmacks“, „sexuellen Freibeuter“ oder gar „musikalischen Abschaum“ und heizte die Stimmung dadurch zusätzlich an. Das führte soweit, dass ihm in manchen Bundesstaaten die Polizei wegen des starken öffentlichen Druckes bei Konzerten den Hüftschwung unter Androhung von Strafen verbot.
Dabei wollte Elvis mit seinen Bewegungen nie einen öffentlichen Skandal provozieren – im Gegensatz zu manchen Rockstars nach ihm, die noch wesentlich spektakulärer auftraten, um so ihren allgemeinen Bekanntheitsgrad zu erhöhen oder ihr Image als „böse Buben“ zu pflegen –, sondern sie waren vor allem Ausdruck seiner musikalischen Emotionen. Die Beschreibung des Gitarristen Scotty Moore, der bei seinem ersten Konzert im Juli 1954 dabei war, bestätigt dies: „Das war der Moment, in dem er mit dieser Schüttelei anfing. Elvis stellte sich beim Gitarrespielen auf die Fußballen, um im Takt zu bleiben. Als er nun diese Show machte, fingen sie alle an zu schreien, und wir wussten gar nicht, was vor sich ging. Als wir wieder von der Bühne gingen meinte jemand, das liege nur daran, dass Elvis andauernd sein Bein geschüttelt hat. Von da an machte er das immer mehr und entwickelte daraus eine richtige Kunst. Aber es war ihm auch ein natürliches Bedürfnis.“
Seiner enormen Popularität tat die Gegenwehr breiter Gesellschaftskreise letztlich keinen Abbruch, ganz im Gegenteil. In der Ed Sullivan-Show, der bekanntesten Musiksendung im damaligen US-Fernsehen, erreichte Elvis eine landesweite Rekord-Einschaltquote von 80%, obwohl Sullivan vorher öffentlich bekannt gab, dass Elvis wegen seiner anstößigen Bewegungen nur von der Hüfte an aufwärts gezeigt werde. Vorher hatte sich der Moderator monatelang geweigert, Elvis ins Programm zu nehmen, musste sich aber letztlich doch dem Ansturm der amerikanischen Jugend beugen, die ihn mit Briefen „bombardierte“ und androhte, fortan seine Sendung zu boykottieren, was natürlich enorme Auswirkungen auf die Werbeeinnahmen gehabt hätte.
Nachdem Elvis
sich während der sechziger Jahre auf seine Filme konzentrierte, nahm
er Anfang 1969 in den American Sound Studios beim legendären
Produzenten Chips Moman das erste Mal seit vielen Jahren wieder in
seiner Heimatstadt Memphis auf. Diese Sessions brachten die beiden
Hit-Alben From Elvis in Memphis und Back In Memphis hervor, außerdem
entstanden hier auch die Welthits Suspicious Minds und In The Ghetto,
die Elvis nach vier Jahren Nummer-1-Hit-Flaute wieder zurück an die
Spitze der Charts brachten.
Ein Höhepunkt
seiner Arbeiten war 1973 die Fernseh-Show Elvis – Aloha From
Hawaii, die via Satellit ausgestrahlt wurde, als erstes Konzert
weltweit live gesehen werden konnte und über eine Milliarde Menschen
vor den Fernseher lockte. Auf der ganzen Welt haben mehr Menschen das
Aloha From Hawaii-Konzert live mitverfolgt als vier Jahre zuvor die
erste Mondlandung!
Bereits zu
Lebzeiten erschienen 89 Alben von Elvis Presley. Bis zu seinem Tod am
16. August 1977 hatte er bereits über 500 Millionen Tonträger
verkauft. Er wurde für 14 Grammys nominiert und gewann drei – alle
für seine Gospelmusik. Seinen letzten Song nahm er im Jungle Room in
seinem Anwesen Graceland auf (Sommer 1977) mit dem Titel Way Down,
ein Gemisch aus recht moderner Musik und seinem besonderem
Rock-’n’-Roll-Stil. Elvis Presley war Zeit seines Lebens ein
großer Fan von Uniformen und der Polizei, weshalb er auch zu einem
Hilfsheriff auf einem Polizeirevier wurde.
Finanziell sah
die Situation für Elvis problematisch aus. Für weit unterbezahlte
5,5 Millionen US-Dollar verkaufte er alle seine musikalischen Rechte
1974 an RCA. Nach dem Abzug des Anteiles seines Managers und der
Steuern blieben Elvis gerade einmal 900.000 Dollar. Bereits 1967, auf
dem Tiefpunkt der Karriere, hatte er mit seinem Manager einen Vertrag
unterschrieben, der diesem die Hälfte aller Einnahmen zubilligte.
Bei seinem Tod besaß er an Vermögen trotz Plattenverkäufen im
dreistelligen Millionenbereich nur sein Haus Graceland und 1,2
Millionen Dollar auf seinem Girokonto, um die laufenden Kosten zu
decken.
Elvis Presley absolvierte in seinen letzten acht Lebensjahren einen Konzertmarathon von mehr als 150 Shows pro Jahr. Die freie Zeit verbrachte er auf seinem Anwesen Graceland in Memphis, wo er, so oft es ging, mit seinen Fans am Eingangstor plauderte und Autogramme gab. Er kämpfte in dieser Zeit nach Aussage von Freunden mit erheblichen persönlichen und wirtschaftlichen Problemen. Zudem litt er seit Jahren unter Medikamentenabhängigkeit, wodurch seine Gesundheit letztlich ruiniert wurde.
Am 16. August 1977, um 9 Uhr Morgens ging Elvis mit einem Buch auf die Toilette. Erst um 14 Uhr wurde Elvis Presley von seiner damaligen Freundin Ginger Alden auf dem Bauch liegend am Boden seines Badezimmer-Vorraumes aufgefunden und im Baptist-Memorial-Hospital um 15:30 Uhr offiziell für tot erklärt. Er wurde nur 42 Jahre alt.
„Der King ist tot“, diese Nachricht verbreitete sich rasant und löste weltweite Trauer aus. Als offizielle Todesursache Presleys wurde „Herzstillstand durch zentrales Versagen der Atemorgane“ angegeben. Sein Leibarzt Dr. Nichopoulos, der Elvis immer wieder mit Aufputschmitteln versorgt hatte, wurde später von der Anklage der fahrlässigen Tötung freigesprochen. Nach Angaben der Elvis Ausstellung in Graceland hatte Elvis Medikamente konsumiert, ohne zu wissen, um was es sich dabei genau handelte. Die Stärke der Medikamente wird in der Ausstellung als „drei mal so stark wie Kokain“ angegeben.
Sein Zweitname Aron ist auf seinem Grabstein mit zwei „A“ geschrieben; diese Tatsache lässt, neben vielen anderen Anhaltspunkten, Verschwörungstheoretiker bis heute fest glauben, dass Elvis noch am Leben ist. Auf der offiziellen Homepage von Elvis Presley steht unter den „Frequently Asked Questions“ zu seinem Zweitnamen, dass er diesen kurz vor seinem Tod auf Aron mit zwei A änderte, in Anlehnung an den biblischen Aaron und weil die meisten Plattenlabel ihn bis dato sowieso meist mit zwei A geschrieben hatten.