Was war im Jahr Anno 1908
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Die Welt schaut auf die Olympischen Spiele
London, Montag, 27. April 1908
Erstmals sind die Olympischen Spiele kein Anhängsel einer Weltausstellung und können dadurch eine eigene Identität entwickeln. In London findet das erste sportliche Großereignis des 20. Jahrhunderts statt.In der britischen Hauptstadt beginnen die Olympischen Spiele, die bis zum 31. Oktober dauern.
Der Gastgeber stellt mit 513 Athleten das stärkste und erfolgreichste Team (56 Gold-, 48 Silber- und 37 Bronzemedaillen) vor den USA (23–12–11) und Schweden (7–5–10). Mit je drei Siegen sind der Mittelstreckenläufer Melvin Sheppard (USA) und der Schwimmer Henry Taylor (GB) die Stars der Wettkämpfe. Ray Ewry (USA) vergrößert mit zwei Erfolgen im Hoch- und im Weitsprung seine olympische Goldsammlung auf zehn Medaillen. In London stehen erstmals die Disziplinen Speerwurf und Eiskunstlauf auf dem Programm.
Frauenbewegung macht mobil
London, Sonntag, 21. Juni 1908
In nur wenigen Staaten ist das Frauenstimmrecht bereits gesetzlich verankert. Eine Vorreiterrolle spielen die nordeuropäischen Staaten. Im Zentrum der militanten Frauenbewegung zur Durchsetzung des Wahlrechts steht Großbritannien. Hier werden die Forderungen am radikalsten vorgetragen.Im Hydepark findet die bisher größte Demonstration für das Frauenstimmrecht statt. 250 000 Menschen nehmen an der Veranstaltung teil, die von der »Women's Political and Social Union« organisiert wurde.
Deren Führerin, die Suffragette Emmeline Pankhurst, ist für ihre militanten Methoden zur Durchsetzung des Frauenwahlrechts bekannt. Wie alle bisherigen Demonstrationen bewirkt auch diese keinen Sinneswandel bei den zu- ständigen Politikern. Der liberale Premierminister Herbert Henry Asquith lehnt das Frauenstimmrecht auch weiterhin ab. Das führt zu einer Radikalisierung der Bewegung. In der liberalen Partei sehen die Suffragetten das Haupthindernis für die Durchsetzung des Frauenstimmrechts. Sie greifen zu immer radikaleren Mitteln, um sich Gehör zu verschaffen. Sie stören Veranstaltungen der Liberalen, versuchen ins britische Unterhaus einzudringen, ketten sich an die Torgitter des Ministerpalais an und provozieren Polizisten, um eingesperrt zu werden.
Suffragetten
Das Jahr 1897 gilt als Geburtsstunde der Suffragettenbewegung in Großbritannien (lat.: suffragium, Stimmrecht). Anfangs als »hysterische Weibsbilder« belächelt, nehmen die Frauen den Kampf um das Wahlrecht auf. Bald verstehen sie es, ihrem Ziel der Gleichstellung öffentlichkeitswirksam Ausdruck zu verleihen. 1903 gründete Emmeline Pankhurst in Manchester die »Women's Political and Social Union« (WSPU). Die zunächst friedlichen Kundgebungen schlugen mit der Zeit in immer militantere Aktionen um. 1917 beschließt das Unterhaus die Einführung des Frauenwahlrechts für Frauen ab dem 30. Lebensjahr.
Jungtürken erzwingen Verfassung
Konstantinopel, Freitag, 24. Juli 1908
Gegen den inneren und äußeren Zerfall des Osmanischen Reiches wenden sich die sog. Jungtürken. Sie setzen sich für den Aufbau eines liberalen Staatswesens und eine konstitutionelle Staatsform ein.Unter dem Druck der rebellierenden Armee setzt der türkische Sultan Abd al Hamid II. die liberale Verfassung von 1876 wieder in Kraft. Tags darauf verkündet ein Erlass des Sultans die Freilassung aller politischen Gefangenen, die Aufhebung der Zensur und die Abschaffung der Geheimpolizei. Damit endet das autokratische System Abd al Hamids.
Getragen wird die Revolution von den sog. Jungtürken, einer 1860 begründeten Reformbewegung, die vornehmlich aus Offizieren und Studenten besteht. Unter Führung von Enver Pascha und Niyazi Pascha lehnten sich türkische Offiziere in Makedonien gegen das korrupte System in Konstantinopel auf. Sie gaben ihm außerdem die Schuld an den chaotischen und bürgerkriegsähnlichen Zuständen in Makedonien und lehnten jede Einmischung fremder Mächte in die inneren Angelegenheiten des Osmanischen Reiches ab. Die jungtürkischen Revolutionäre kündigten dem Sultan die Gefolgschaft und zogen sich in die Berge zurück.
28 kleinasiatische Bataillone, die zur Bekämpfung der Jungtürken entsandt werden, laufen zum großen Teil zu den Rebellen über. Am 23. Juli verkündete das jungtürkische Aktionskomitee »Liga für Einheit und Fortschritt« in den meisten türkischen Städten die Wiederherstellung der Verfassung von 1876, die der Sultan tags darauf zwangsweise bestätigt.
Die Hauptbestimmungen der seit 1878 ruhenden Verfassung sind die Unteilbarkeit des Osmanischen Reiches und die gesetzlich verbürgte persönliche Freiheit seiner Bürger. Der Sultan regiert als konstitutioneller Herrscher nach dem Vorbild westlicher Länder.
Staatsreligion im Osmanischen Reich ist der Islam, jedoch wird allen anerkannten religiösen Glaubensbekenntnissen die Ausübung religiöser Feiern gestattet.
Enver Pascha
Der Offizier (* 9.3.1881) ist einer der Hauptinitiatoren der jungtürkischen Revolution, welche die Wiedereinführung der Verfassung und den Rücktritt des Sultans Abd al Hamid II. (1909) durchsetzt.
Als Chef des türkischen Generalstabs (1913) und als Kriegsminister (1914-18) versucht er, die türkische Armee, die im Ersten Weltkrieg auf deutscher Seite kämpft, nach preußischem Vorbild zu reformieren. Faktisch Staatschef ist er 1916 für den Völkermord an den Armeniern mitverantwortlich. Nachdem Enver Pascha kurz vor Kriegsende als Gegner Kemal Atatürks entlassen wird, hält er sich 1918/19 im deutschen Exil auf. Seine pantürkischen Ziele versucht er, durch einen Aufstand der Turkvölker gegen die sowjetische Herrschaft in Zentralasien zu verwirklichen, wo er 1922 fällt.
»Modell T« rollt vom Band
Detroit, Mittwoch, 12. August 1908
Henry Ford
erfüllt sein Versprechen, einen Wagen für die breite Masse zu bauen. Die Massenmobilisierung ist nur noch eine Frage der Zeit.
Das erste »Modell T« verlässt die Montagehalle des US-amerikanischen Autofabrikanten Henry Ford. Millionen werden folgen. Binnen weniger Monate wird das Modell zum beliebtesten und meistverkauften Automobil in den USA.
Das »Modell T« ist überaus einfach und robust konzipiert. Das Getriebe hat zwei Vorwärtsgänge und einen Rückwärtsgang, die durch Pedale bedient werden. Einen Schalthebel gibt es nicht. Das völlig unluxuriöse Erscheinungsbild trägt dem Wagen bald den Spitznamen »Tin Lizzy« (»Blechliesl«) ein.
In seiner Biografie fasst Ford zusammen, welche Eigenschaften seinen »Volkswagen« auszeichnen sollten: Erstklassiges Material zur dauernden und ausgiebigsten Benutzung, Einfachheit, ausreichende Motorkraft, absolute Zuverlässigkeit und Leichtigkeit – »Tin Lizzy« wiegt nur 840 kg – sowie Fahrsicherheit. Zudem sollte das Auto so preiswert sein, dass es für fast jeden erschwinglich ist: Es kommt zu einem Preis von 850 Dollar auf den Markt.
In der Saison 1907/08 produziert Ford 6181 Wagen. Die Firma hat 14 Zweigstellen und 1900 Angestellte.
Striche lernen laufen
Paris, Montag, 17. August 1908
Eine in den USA entwickelte Filmtechnik ermöglicht die Entstehung eines völlig neuen Filmgenres, des Zeichentrickfilms. Im Théâtre du Gymnase wird der erste
Zeichentrickfilm
der Welt vorgeführt. Er stammt von dem französischen Fotografen und Karikaturisten Emile Cohl. »Fantasmagorie« (»Blendwerk«), besteht aus 2000 Einzelbildern und dauert zwei Minuten.
Für seine Erfindung machte sich Cohl die in den USA entwickelte Methode zu Nutze, nach der jedes Bild eines Films einzeln belichtet wird. So ist es möglich, eine Zeichnung nach der anderen abzufilmen und dadurch eine Bewegung der Figuren vorzutäuschen. Die von Cohl »fantoches« (»Marionetten«) genannten Darsteller erleben kleine Dramen. Die Strichmännchen führen ganz einfache Bewegungen aus. Hintergründe sind nur angedeutet oder fehlen ganz
Bosnische Annexionskrise lässt Böses ahnen
Wien, Montag, 5. Oktober 1908
Die Annexion der Balkanländer Bosnien und Herzegowina durch Österreich führt zu einer internationalen Krise, die das Vorspiel zum 1914 ausbrechenden Weltkrieg darstellt.Österreichs Kaiser Franz Joseph I. erklärt die seit 1878 okkupierten Balkanländer Bosnien und Herzegowina für annektiert.
Der Entschluss zur Annexion der rechtlich zum Osmanischen Reich gehörenden Länder war durch die jungtürkische Revolution ausgelöst worden. Wien befürchtete, das Osmanische Reich könne einen Anspruch auf die Provinzen erheben, deren Besetzung durch den Berliner Kongress 1878 gestattet worden war. Während die Türkei Protest einlegt, herrscht in Serbien Kriegsstimmung. Die Serben fürchten, das nächste Opfer der österreichisch-ungarischen Aggression zu sein.
Kriegsgefahr
Die Annexionskrise schaukelt sich innerhalb kurzer Zeit hoch. Konkret droht die Gefahr, dass die Beistandsverpflichtungen die beteiligten Großmächte in einen Krieg verwickeln können. Außer in Serbien werden u.a. in Montenegro erste Kriegsvorbereitungen getroffen. Beide Länder hoffen auf die Unterstützung Russlands. Fieberhaft verhandeln die Diplomaten über eine friedliche Beilegung der Krise.
Ein Schwarzer wird Boxchampion
Sidney, Samstag, 26. Dezember 1908
Mit dem Auftreten des Schwarzen Jack Johnson erhält der Boxsport eine rassistische Dimension: den Prestigekampf Schwarz gegen Weiß.Der 30-jährige US-Amerikaner Jack Johnson wird als erster Schwarzer Box-Weltmeister im Schwergewicht.
Der »Riese aus Galveston«, der den Titelträger Tommy Burns (USA) um Haupteslänge überragt, beherrscht den Kampf nach Belieben. Um das Publikum nicht noch mehr gegen sich aufzubringen, verzichtet er aber auf den entscheidenden K.o.-Schlag. Stattdessen spielt er mit seinem Gegner und nutzt seine überlegene Reichweite und brillante Technik aus. Der dunkelhäutige Herausforderer reizt den weißen Champ mit seinem ständigen »golden smile« (wegen der blinkenden Goldzähne), mit höhnischen Worten und entblößter Deckung zu wilden Attacken, um dann mit einem eleganten sidestep auszuweichen. Zu Beginn der 14. Runde schreitet die Polizei ein und bricht den ungleichen Fight ab.
Tommy Burns war vor dem schwarzen Top-Mann, über dessen boxerische Klasse wahre Wunderdinge erzählt wurden, zuerst nach Europa und dann nach Australien geflüchtet. Seinen Titel verteidigte er nur gegen Gegner, die ihm nicht gefährlich werden konnten. Schließlich konnte er einem Kampf nicht mehr aus dem Weg gehen. Außerdem lockte die Rekordgage von 6000 Pfund (30 000 Mark). Die schwarze Bevölkerung in den USA feiert Johnson, der im texanischen Galveston als Baumwollpflücker aufwuchs und seit 1897 meist zur Gaudi der Weißen boxte, wie einen Befreiungshelden. Für das weiße Amerika wurde er nach seinem Titelgewinn zum meistgehassten Mann des Kontinents – wegen seiner Fähigkeiten im Ring und wegen seines als »rassistische Arroganz« ausgelegten Auftretens im gesellschaftlichen Umfeld: In zweiter und dritter Ehe heiratet Johnson weiße Frauen.
Als die Schwierigkeiten Johnsons mit dem US-Boxverband und der Regierung überhand nehmen, setzt er sich 1912 nach Europa ab. 1915 verliert er in einem skandalösen Kampf in Havanna den Weltmeister-Titel an Jess Willard.
Rassenkampf
Als die Nachricht vom Ausgang des Kampfes die USA erreicht, herrscht dort lähmendes Entsetzen. Nur ein Gedanke treibt die weißen Rassisten um: Ein Weißer muss Jack Johnson den Titel wieder abnehmen. Solange der schwarze Boxer Weltmeister ist, wird jeder Kampf zum »Rassenkampf« hochstilisiert. In den Südstaaten der USA wird Jack Johnson wie ein Held gefeiert. Sein überlegener Sieg ermutigt die benachteiligten und unterdrückten Schwarzen zu Parolen wie »Schlagt die Weißen!« Zahlreiche farbige Arbeiter verlassen 1909 die Baumwollfelder, rotten sich zusammen und plündern Geschäfte.
Wirbel um Daily-Telegraph-Affäre
Donnerstag, 31. Dezember 1908
Ein Interview Kaiser Wilhelms II. mit der britischen Zeitung »Daily Telegraph« sorgt in London wegen darin enthaltener Taktlosigkeiten für Empörung und löst im Deutschen Reich eine Staatskrise aus. Am meisten bewegt die Deutschen die Zerstörung des Zeppelin-Luftschiffes »LZ 4«.Staatskrise: Im »Daily Telegraph« erscheint am 28. Oktober ein Interview mit Kaiser Wilhelm II. ohne ausreichende Korrektur durch den Reichskanzler Bernhard Fürst von Bülow. In nicht abgestimmten Äußerungen erklärte der Kaiser, er habe während des Burenkriegs eine europäische Union gegen England verhindert und seiner Großmutter Königin Viktoria den Kriegsplan für den Feldzug gegen die Buren übersandt. Das Interview gibt den anti-deutschen Ressentiments in Großbritannien neue Nahrung und führt im Deutschen Reich zu einem Aufschrei der Empörung über die törichten Alleingänge des Kaisers. Die Krise, die Wilhelm II. fast zur Abdankung zwingt, endet mit dem Vertrauensverlust zwischen Reichskanzler und Kaiser und führt zu einer Stärkung des konstitutionellen Prinzips im Deutschen Reich.
Luftschiff zerstört: Wegen eines Motorschadens muss die »LZ 4« des Grafen Ferdinand von Zeppelin am 5. August bei Echterdingen notlanden. Dort wird das Luftschiff in einem Sturm völlig zerstört. Der Vorgang wird als nationale Katastrophe beklagt. Eine Nationalspende erbringt in wenigen Wochen 6 Mio. Mark für den Bau eines neuen Luftschiffs, der »LZ 5«.
SPD im Landtag: Trotz des Dreiklassenwahlrechts gelingt es den Sozialdemokraten am 16. Juni erstmals, in den Preußischen Landtag einzuziehen. Der Wahlausgang, bei dem die SPD sieben Mandate erringt, ist ein Indiz für das Erstarken der Arbeiterbewegung. Unter den SPD-Abgeordneten befindet sich Karl Liebknecht, der wegen Verbreitung pazifistischer Schriften und »Hochverrats« seit 1907 inhaftiert ist.
Länderspiel-Premiere: Beim ersten offiziellen Länderspiel einer Auswahlmannschaft des Deutschen Fußball-Bundes siegt am 5. April der Gastgeber Schweiz mit 5:3. Das Spiel findet vor 3000 Zuschauern bei strömendem Regen in Basel statt. Landsmannschaftliche Eifersüchteleien waren dafür verantwortlich, dass nicht die besten deutschen Spieler auflaufen durften, sondern eine nach Landesverbänden gewichtete Auswahlmannschaft.
Schach-WM: Beim Turnier um die Schach-Weltmeisterschaft zwischen dem aus Brandenburg stammenden Titelverteidiger Emanuel Lasker und dem Nürnberger Siegbert Tarrasch setzt sich der Weltmeister am 20. September mit seinem achten Sieg bei drei Niederlagen und fünf Remis durch. Lasker spielt variabler, risikofreudiger und ist dem Herausforderer psychologisch überlegen.
Ammoniak: Am 13. Oktober wird ein Verfahren zur Ammoniak-Synthese zum Patent angemeldet, nachdem es dem Chemiker Fritz Haber erstmals gelungen ist, Ammoniak künstlich herzustellen. Die Chemikalie dient zur Herstellung von Stickstoffdünger für die Landwirtschaft.
»Sittenverfall«
»Moderne Erziehung und geschlechtliche Sittlichkeit« nennt der Berliner Pädagoge und Philosoph Friedrich Paulsen eine Sammlung von Aufsätzen, deren gemeinsames Thema der Niedergang der Moral im Deutschen Reich ist. Der »allgemeine Verfall der Sitten« ist in aller Munde.
Kaum ein Tag vergeht, an dem Zeitungen nicht über neue Prozesse berichten, in denen »Unsittliche« verurteilt werden. Selbsternannte Tugendwächter lassen sich über Zügellosigkeit und Perversität aus. Dabei herrschen Heuchelei und Doppelmoral vor. Animierkneipen und getarnte Bordelle verzeichnen die besten Geschäfte.
Im Mittelpunkt der Sittlichkeitsdiskussion stehen seit Jahren die gesetzlichen Regelungen der 1900 verabschiedeten Lex Heinze. Das nach einem Berliner Zuhälter benannte Gesetz sollte die Strafen bei Sittlichkeitsdelikten verschärfen. Ein vorgesehener sog. Kunst- und Theaterparagraph wurde nach langer Obstruktionspolitik der Sozialdemokraten und Freisinnigen im Reichstag darauf beschränkt, den Verkauf »schamloser Schriften und Bilder« an Personen unter 16 Jahren mit Strafen zu belegen. Das aber war den Sittlichkeitswächtern zu wenig. In der Folge wurden zahlreiche sog. Sittlichkeitsvereine gegründet, mit dem Ziel, »Schmutz und Schund« zu bekämpfen.
Opfer eines solchen Vereins wurde u.a. der bayerische Schriftsteller Ludwig Thoma, der sich in satirischen Briefen des fiktiven Landtagsabgeordneten Josef Filser mit der Sittlichkeitsdiskussion auseinandersetzt. Auch der Autor Frank Wedekind ruft vielfach die Hüter der Moral auf den Plan.