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Wiederaufbau im Ostblock
Moskau, Dienstag, 25. Januar 1949

Die Staaten des Ostblocks vereinbaren gegenseitige Wirtschaftshilfen, um Aufbau und ökonomische Entwicklung zu beschleunigen.

Die Sowjetunion, Bulgarien, Ungarn, Polen, Rumänien und die Tschechoslowakei gründen den Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW oder COMECON).
Albanien schließt sich am 22. Februar dem Bündnis an. Jugoslawien war dagegen bereits von den Verhandlungen ausgeschlossen, obwohl der RGW ausdrücklich für andere Staaten, die sich mit seinen Zielen einverstanden erklären, offengehalten wird.
Wie es im Gründungskommuniqué, der einzigen veröffentlichten Vertragsgrundlage des Zusammenschlusses heißt, besteht der Zweck des Rats im Austausch von Rohstoffen, Nahrungsmitteln, Maschinen und Ausrüstungsgegenständen. Darüber hinaus ist geplant, in den Mitgliedsländern, die sich für die Einrichtung bestimmter Produktionsstätten besonders eignen, gemeinsam zu investieren, so dass ein Staat die Versorgung der übrigen Mitglieder mit speziellen Produkten und den Weltmarkthandel für die gesamte Organisation übernehmen kann.
Die Ostblockländer schaffen mit dem RGW ein Gegengewicht zum US-amerikanischen Marshallplan, der ebenfalls den europäischen Wiederaufbau zum Ziel hat, an den sich die jetzigen RGW-Gründer auf Geheiß der Sowjetunion jedoch nicht anschließen dürfen. Die ost- und südosteuropäischen Länder sind aber zur Beseitigung der Kriegsschäden und grundsätzlich geringer Kapitalkraft auf wirtschaftliche Hilfe angewiesen.
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